Bauelite Handwerker

Riskant: Bau-Finanzierung in Fremdwährung
Image
Beim Hausbau ist man für nahezu jede Einsparmöglichkeit dankbar. So kommen trotz Niedrigzinsphase auch Darlehen in Fremdwährungen zunehmend in Mode... Immer mehr Bauherren lassen sich von Darlehenszinsen mit traumhaften 1,6 Prozent in Japan oder 1,8 Prozent in der Schweiz begeistern. Vor solchen hochspekulativen Finanzierungs-Varianten warnen jedoch nicht nur die Verbraucherzentralen. Experten von homesolute.com, Deutschlands führender Online-Bauratgeber, zeigen die Risiken auf: In der Regel wird der Kredit in Schweizer Franken oder Yen aufgenommen. Ausgezahlt wird in Euro. Alle Zinsen und Rückzahlungen werden in der Fremdwährung getilgt. Der Bauherr profitiert, solange Zinsen und Wechselkurs unverändert bleiben oder gar sinken. Steigen aber die Zinsen oder die Fremdwährung, verteuert sich der Kredit entsprechend - und es können erhebliche Mehrkosten entstehen.

In Österreich sind derartige Geschäfte bereits recht weit verbreitet. Auch bei uns ist es legal, Kredite in Fremdwährungen aufzunehmen - aber höchst riskant. Denn eine risikofreie Kalkulation ist nicht möglich. Zwar liegt die vermeintliche Zinsersparnis derzeit bei gut zwei Dritteln. Zudem besteht die Chance, dass sich der gesamte Kreditbetrag durch einen steigenden Eurokurs weiter verringert. Nach Angaben der homesolute.com-Experten sind Kursschwankungen jedoch eher die Regel als die Ausnahme - auch bei der Schweizer Währung. Ein weiteres Risiko: Die Zinsen von Darlehen in Fremdwährungen können jederzeit nach oben gehen, weil es sich um variable Kredite mit einer kurzen Festschreibung handelt. Sie richten sich nach dem so genannten Liborzinssatz, der täglich neu festgesetzt wird. Weiteres Risiko ist der Tilgungsplan. Häufig muss der Kreditnehmer statt zu tilgen über eine Lebens- oder Rentenversicherung oder einen Aktienfonds ansparen. Ob der Betrag am Ende reicht, um den gesamten Kredit auf einmal abzubezahlen, ist ebenfalls nicht sicher.
 
< zurück   weiter >