| Perfektes Haus für Kleinhaushalt |
Ausbaufähiges Ziegelhaus für 87.000 Euro![]() Die Baubranche entdeckt zunehmend den massiven Hausbau für Singles und Paare als Markt. Ein kostengünstiges und trotzdem maßgeschneidertes „Starter-Haus“ ist das vom Architekten Heribert Röttger entworfene Wohngebäude in Dortmund. Es überzeugt durch eine intelligente Wohnflächenaufteilung mit Mehrfachnutzung und die werterhaltende Ziegelbauweise. Dank hoch wärmedämmender, porosierter Ziegel kann auf eine zusätzliche Dämmung der Gebäudehülle verzichtet werden. Bei Bedarf lässt sich die Wohnfläche problemlos durch ein aufgesetztes Dachgeschoss den Bedürfnissen einer fünfköpfigen Familie anpassen. Möglich macht das die hohe Tragfähigkeit des Ziegel-Mauerwerks. ![]() Grundfläche optimal ausgenutzt Das vom Architekten Heribert Röttger geplante Wohnhaus liegt auf einem nur 340 Quadratmeter großen Grundstück eines neu entwickelten, innerstädtischen Baufeldes in Dortmund. Es ist gekennzeichnet durch einen zweistöckigen, kubusförmigen Baukörper mit Flachdach. Bei den Außenmaßen und der Dachkantenhöhe werden die Möglichkeiten des Baurechts voll ausgeschöpft. Die kompakte Form maximiert die zur Verfügung stehende Wohnfläche (125,8 qm) und führt zu einem optimalen Verhältnis von Fläche der Gebäudehülle zu Hausvolumen. Das senkt den Heizenergie-Verbrauch. Trotz des Verzichts auf ausschmückende, kostenintensive Fassadendetails wirkt die Hausgestaltung nicht einförmig. Ein erkerförmiger Vorsprung an der Eingangsseite lockert im Zusammenwirken mit dem warmen, rotbraunen Farbton des Fassadenanstriches das Erscheinungsbild auf. Hohe Räume mit Mehrfachnutzung Die Anordnung der Fenster, Räume und Zugänge erinnert an Holland-Häuser. So öffnet sich das Erdgeschoss mit bis zum Boden reichenden Fenstern zum öffentlichen Raum. Die vorgelagerte Veranda dient gleichzeitig als Hauszugang. Drei Räume mit Mehrfachnutzung bilden das Erdgeschoss. Zentraler Raum ist die Wohnküche: Sie fungiert wie das angrenzende Arbeitszimmer als wichtiger Aufenthaltsraum für Bewohner und Besucher und fällt deshalb relativ großzügig aus. Dies gilt auch für die in allen Räumen vorgegebene Raumhöhe von drei Metern. ![]() Keine zusätzliche Dämmung erforderlich Ökonomische und ökologische Aspekte bestimmten die Auswahl des Wandbaustoffes. „Die porosierten Unipor-Ziegel überzeugen durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ihre bauphysikalischen sowie umweltschonenden Qualitäten“, erklärt Architekt Heribert Röttger. „Durch die einfache Verarbeitung der Ziegel und den Verzicht auf ein Wärmedämm-Verbundsystem konnten die reinen Baukosten auf 87.000 Euro begrenzt werden.“ Das 36,5 Zentimeter dicke Ziegelmauerwerk gewährleistet ohne zusätzliche Wärmedämmung einen niedrigen Wärmedurchgangswert der Außenwände von nur 0,31 W/(m²K). Grund ist die sehr geringe Wärmeleitfähigkeit (λR=0,12 W/(mK)) des eingesetzten „W 12“-Ziegels von Unipor. Sie wird durch ein ausgeklügeltes Lochbild und die beim Herstellungsprozess erzielten Luftporen erreicht. Dank des hohen Luftporenanteils ist der Ziegel ein hervorragender Wärmespeicher. Im Zusammenwirken mit den großen Fenstern nach Süden und Westen ermöglicht er passive Sonnenenergie-Gewinne. Eine Durchlauf-Therme sorgt tagsüber für eine Minimaltemperierung der Räume und erfordert zudem keine energiezehrende Heißwasservorhaltung. Behaglichkeit inklusive Die Speicherfähigkeit des Unipor-Ziegels sorgt speziell im Hochsommer für ein Mehr an Wohnbehaglichkeit. Das Mauerwerk speichert tagsüber die Sonnenwärme und gibt sie während der kühleren Abendstunden zeitverzögert wieder ab. Das Mauerwerk übernimmt damit die Funktion einer „natürlichen Klimaanlage“. Ein weiterer Vorteil ist die kapillare Struktur des Ziegels, die Feuchte regulierend wirkt. Bei hoher Luftfeuchtigkeit in den Räumen wird überschüssige Feuchte in den Kapillaren zwischengespeichert und bei trockener Luft wieder abgegeben. Damit wird auch Schimmelpilz-Bildung wirksam vorgebeugt. Unproblematischer Ausbau eingeplant Wesentliches Ziel des Hausentwurfes war neben der Minimierung der Baukosten die dauerhafte Werterhaltung. Ein eventueller Verkauf des Hauses und veränderte Anforderungen an die Wohnfläche mussten bei der Hausplanung berücksichtigt werden. Die Zielvorgabe beinhaltete daher unproblematische Erweiterungsmöglichkeiten. So kann die überdachte Terrasse vor dem Hauseingang bei Bedarf mit geringem Aufwand zu einem Wintergarten umgerüstet werden. Sehr preiswert ist auch der schon eingeplante Ausbau des Flachdaches zur Dachterrasse. Statt einer Attika mit geringer Höhe wurde die Dachkante deshalb als 90 Zentimeter hohe Brüstungsmauer aus 24 Zentimeter dicken Unipor-Hochlochziegeln (Rohdichte 0,8 kg/dm³, Steinfestigkeitsklasse 12) konzipiert. Die hohe Tragfähigkeit des Ziegels ist notwendig, um die Belastung durch ein später installiertes Dach sicher abzutragen. „Mit den durch einen Dachausbau gewonnenen, zusätzlichen 65 Quadratmetern Wohnfläche wird das Haus auch interessant für eine Familie mit drei Kindern“, betont der Architekt. Die hochwertige Ziegelbauweise und die innerstädtische Lage stellen sicher, dass das Gebäude auch langfristig nicht an Wert verliert. Autor: Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye Fotos: Unipor |
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