| Effektive Selbsthilfe - gut vorbereitet |
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Mit freundlicher Genehmigung von www.baukosten.com Durch Selbsthilfe kann der Bauherr eine Menge Geld einsparen. Wird die Selbsthilfe ohne ausreichende Vorbereitung in Angriff genommen, bestehen Gefahren. Günstigenfalls wird nur das Einspar-Ziel nicht erreicht. Im schlechtesten Fall resultieren sogar Mehrkosten, weil unqualifiziert erbrachte Eigenleistungen dazu führen können, dass ein Gewerk abgerissen und noch einmal erbracht werden muß. Sie können das vermeiden, indem Sie die Selbsthilfe gut vorbereiten und mit Augenmaß für die eigenen Fähigkeiten ans Werk gehen. Verfügbares eigenes Zeitkontingent prüfen
Der erfolgreiche Selbsthelfer geht mit Augenmaß zur Sache. Will man ein komplettes Haus in Eigenleistung erstellen - was natürlich grundsätzlich möglich ist - muß man eine Menge Zeit investieren. Vielleicht 2500 oder 3000 Stunden Arbeitszeit einzusetzen, ist nicht für jeden machbar. Neben einer normalen Vollzeit-Berufstätigkeit lassen sich kaum mehr als 30 Stunden pro Woche Baustellenarbeit realisieren. Das entspricht bis zu 100 Wochen ohne Pause. Überlegen Sie für sich ganz genau, welche Zeit Sie langfristig für die Eigenleistung ansetzen. Planen Sie Pausen ein, damit zwischendurch eine gewisse physische und psychische Regeneration möglich ist.Verfügbare Helfer prüfen
Umfangreiche Eigenleistungen lassen sich kaum alleine erbringen. Sie benötigen Helfer, die mit Ihnen gemeinsam die Arbeit schultern. Helfer bringen nur dann einen wirklichen Nutzen, wenn sie zuverlässig sind. Mancher Helfer, der vollmundig und vorschnell seine Hilfe angeboten hat, sprang nach kurzer Zeit unter fadenscheinigen Vorwänden ab. Der Bauherr hat dann ein echtes Problem, wenn er gemeinsam begonnene Arbeiten alleine zu Ende bringen muss. Schauen Sie sich Ihre Helfer genau an, damit sie auch langfristig auf sie "bauen" können.Spektrum der Fähigkeiten ermitteln
Ein Helfer ist natürlich dann besonders wertvoll, wenn er besondere Fähigkeiten besitzt. Ein Helfer, der beruflich Bauhandwerker ist, bringt natürlich doppelten Nutzen. Die Arbeit geht ihm zügig von der Hand und seine Arbeit weist normalerweise professionelle Qualität auf. Ein gelernter Handwerker kann weiterhin jedes übliche Material verarbeiten und ist nicht auf speziell für die Selbsthilfe ausgelegten und damit zumeist teureren Materialien festgelegt.Selbsthilfe mit dem Architekten abstimmen
Wenn Sie Selbsthilfe planen, stimmen Sie sich hierüber mit Ihrem Architekten ab. Der Architekt hat einen Anspruch darauf, dass auch die von Ihnen durch Selbsthilfe eingesparten Baukosten in seine Honorarermittlung eingehen. Der Überwachungsaufwand für den Planer ist normalerweise höher, da er damit rechnen muss, dass die in Selbsthilfe erbrachten Gewerke besonders zu kontrollieren sind. Die Ablaufplanung muß ebenfalls auf den normalerweise höheren Zeitaufwand für die Selbsthilfe-Gewerke abgestimmt sein.Materialauswahl an Selbsthilfe ausrichten
Es gibt heute Baumaterialien, die ganz besonders für die Verarbeitung durch Selbsthelfer geeignet sind (z.B. maßhaltige Gasbetonsteine mit Griffmulden, Click-Verlegesysteme für Laminat ohne Leim, Heizungs-Bausätze). Obwohl diese Materialien zumeist teurer sind als die normalen vom Handwerker eingesetzten Baustoffe, lohnt sich der Einsatz für den Selbsthelfer. Das Arbeitsergebnis ist zumeist besser und die Gefahr von Folgeschäden geringer. Der Bauherr sollte bei Hilfsmaterialien (Mörtel, Kleber, Schäume, Fugenmassen) und Werkzeug nicht unbedingt die billigsten Sonderangebote kaufen, sondern im Interesse eines befriedigenden Arbeitsergebnisses auf gute Markenqualität achten.Sicherstellen der Ausführungsqualität
Bei der Durchführung umfangreicher Selbsthilfe ist es enorm wichtig, eine effektive Qualitätssicherung zu organisieren. Wenn Sie nicht selbst vom Fach sind, schalten Sie unbedingt Ihren Architekten oder andere Baufachleute ein, die die Qualität der Leistungen kontrollieren. Zu leicht werden Mängel, die für den Baulaien nicht offenkundig sind, übersehen und führen später zu kostenintensiven Beseitigungsmaßnahmen. Insbesondere führen alle Mängel an der Feuchte-, Wärme- oder Schallisolierung leicht zu teurem Sanierungsbedarf oder gravierenden Wertverlusten am fertigen Objekt.Einsparziele definieren
In Abhängigkeit von der Zahl der verfügbaren Zeit (Helferzahl) und den verfügbaren Helfer-Qualifikationen kann ein Einsparziel definiert werden. Sie können einen mittleren, angepaßten Stundensatz ansetzen und kommen so auf das Einsparpotential. Je höher die Qualifikation der Helfer ist, umso geringer ist der Minderungsfaktor gegenüber der voll zu bezahlenden Fachunternehmer-Leistung. Beispiel : Beinhaltet eine Unternehmerleistung einen Lohnanteil von 3000 DM, muss zu Beginn ein Abschlag von rund 50 % für die vom Unternehmer in den Lohnkosten eingerechneten Lohnnebenkosten (Beiträge, Urlaub, Krankenausfall usw.) erfolgen. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass ein wenig versierter Selbsthelfer etwa doppelt so lange für eine Leistung wie der Handwerker braucht, kann entsprechend nur etwa der halbe Fachhandwerker-Stundenlohn angesetzt werden, also etwa 12,00 - 14,00 DM. Mit 3000 DM eingesparten Unternehmer-Lohnkosten korrespondieren also ca. 110-125 Arbeitsstunden eines nicht ausgebildeten Selbsthelfers. Haben Sie z.B. insgesamt 2000 Helferstunden zur Verfügung,beträgt das Potential für einsparbare Unternehmer-Leistungen etwa 48.000 - 55.000 DM. Sind Ihre Helfer Fachhandwerker kann das Einsparpotential natürlich entsprechend höher liegen. Diese Zahlenspiele liefern natürlich nur grobe Anhaltszahlen für praktisch realisierbare Lohnkosten-Einsparungen. Aufwand/Nutzen-Analyse
Das für die Selbsthilfeleistungen verfügbare Zeitkontingent sollte natürlich so effektiv wie möglich eingesetzt werden. Gehören zu Ihren Helfern Fachhandwerker, sollten diese natürlich vorrangig ihre spezielle Berufserfahrung einbringen und in ihrem eigenen Handwerk tätig werden. Sind Sie und Ihre Helfer keine Fachhandwerker, dann sollte sich der Einsatz auf die Gewerke konzentrieren, die den höchsten Aufwand-Nutz-Effekt bieten. Das Ausheben einer Baugrube von Hand gehört sicher nicht zu diesen Gewerken, das Fliesenlegen, der Einabu von Innentüren und das Tapezieren sehr wohl. Für diese Überlegungen sollten Sie unsere Selbsthilfe-Planungsbögen nutzen.Ablaufplan aufstellen
Um die Selbsthilfe-Gewerke koordinieren zu können, ist es erforderlich, den zeitlichen Ablauf des gesamten Bauprojektes übersichtlich darzustellen. Verzichten Sie hierauf, kann es passieren, dass wichtige Selbsthelfer zum erforderlichen Zeitpunkt nicht verfügbar sind. Sprechen Sie den Ablaufplan mit Ihrem Architekten durch.Helfer-Einsatzplan aufstellen
Die von Ihnen eingeplanten Helfer haben auch nicht unbegrenzt Zeit und stehen demzufolge nicht ständig zu Ihrer Verfügung. Abwesenheiten wegen Urlaub sind ebenso zu berücksichtigen wie manche andere Lebensumstände. Mit Hilfe Ihres Ablaufplanes können Sich sich mit Ihren Helfern relativ verläßlich abstimmen, zu welchem Zeitpunkt ihre Mithilfe besonders wichtig ist. Diese frühzeitigen Absprachen kann Sie vor ungeplanten, langen Wartezeiten bewahren. Schnittstellen zu Folgegewerken
Jedes Gewerk besitzt mittel- und unmittelbare Schnittstellen zu Vorläufer-, Nachfolge- oder Parallelgewerken auf den verschiedensten Gebieten (Trocknungszeiten, Arbeitssicherheit, Begehungsverbote, Gewerkvorleistungen). Besonders wichtig ist die Betrachtung der Schnittstellen zwischen Selbsthilfegewerken und Unternehmerleistungen. Wird die Unternehmerleistung zeitlich oder bautechnisch behindert führt dies zu Wartezeiten, Folgekosten und zumeist zu Gewährleistungsproblemen. Srpechen Sie mit Ihrem Architekten ab, worauf besonders zu achten ist.Abhilfestrategien für Störfälle überlegen
Überlegen Sie im Voraus, wie Sie vorgehen, wenn bestimmte Abläufe nicht so eintreten wie geplant. Ein Helfer kann beruflich versetzt oder krank werden und steht plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Überlegen Sie für jeden Helfer, wie er ersetzt werden könnte. Gibt es Helferersatz oder muss ein Unternehmer beauftragt werden, damit es weitergeht. Besonders wichtig ist dies natürlich bei Schlüsselfunktionen wie z.B. einem Maurer oder einem Heizungsinstallateur.Selbsthilfe und Schwarzarbeit
Verwechseln Sie Selbsthelfer nicht mit Schwarzarbeitern. Eigenleistung oder Nachbarschaftshilfe ist erlaubt, Schwarzarbeit hingegen nicht. Charakteristikum für Nachbarschaftshilfe ist die Hilfe auf Gegenseitigkeit. Beschäftigen Sie einen Handwerker gegen Cash-Entlohnung in seiner Freizeit ist das Schwarzarbeit.Gleiches gilt für die Beschäftigung von arbeitslos gemeldeten Handwerkern. Die Kontrollen auf Schwarzarbeit durch die Arbeitsämter - auch aufgrund von anonymen Hinweisen - wurden verstärkt und die Bestrafung von Schwarzarbeiter und Auftraggeber ist streng. (C) Copyright 2001 by Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt |
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