| Was kann man tun, wenn's mal zu teuer wird |
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Mit freundlicher Genehmigung von www.baukosten.com Wer kostenbewußt bauen möchte, tut gut daran, alles detailliert vorzuplanen. Nichts ist für ein kostengerecht realisiertes Bauvorhaben schädlicher als unüberlegte Entscheidungen und ungeplante Ereignisse (Überraschungen). Über die gesamte Laufzeit Ihres Projektes müssen die voraussichtlichen Kosten geplant werden. Steht ein Objekt noch im Entwurf, kann die zu diesem Zeitpunkte aufgestellte Kostenplanung naturgemäß nicht so genau sein, wie mit Beginn der Arbeiten auf der Baustelle, wenn ein Großteil der Aufträge bereits vergeben wurde. In jeder Projektphase können Kostenverteuerungen auftreten - also Abweichungen zwischen den voraussichtlichen (tatsächlichen) Kosten und dem für das Objekt vorgesehenen Budget. Soll das Budget nicht aufgestockt werden, muss bei auftretenden Abweichungen gegengesteuert werden. Die Möglichkeiten hierzu sind in der Entwurfsphase besonders gut, in der späten Ausführungsphase dagegen begrenzt. Sie werden sehen, dass das verfügbare Instrumentarium der ergreifbaren Maßnahmen zur Kostenreduzierung rapide abnimmt. Entwurfsphase
In dieser Phase steht noch alles auf dem Papier. Der Genehmigungsantrag ist noch nicht gestellt. Die planerischen Randbedingungen sind durch die Anforderungen des Baugrundstücks (wenn vorhanden) und das verfügbare Budget vorgegeben. Wenn die voraussichtlichen Kosten das Budget sprengen, sollten Sie überlegen ob...... ein preiswerteres Grundstück gefunden werden kann
Auch wenn sich oft der Mehrpreis für ein teureres, besser gelegenes Baugrundstück - insbesondere im Hinblick auf die Wiederverkäuflichkeit des Objektes - rechnet, muss der Mehrpreis grundsätzlich zu finanzieren sein. Sollten Sie das ins Auge gefasste Grundstück noch nicht gekauft haben, ist es vielleicht ratsam, ein preiswerteres Grundstück zu suchen. Die Mehrkosten für ein teures Grundstück sind in aller Regel nicht durch Einsparungen am Haus zu kompensieren. Der Preis für Ihr Baugrundstück muss also zum Budget passen.... kleiner gebaut werden kann <
Zu groß gebaut ist zu teuer gebaut ! Prüfen Sie noch einmal intensiv das aufgestellte Raumprogramm. Vielleicht lassen sich Nutz- und Verkehrsflächen kombinieren und damit die Gesamtfläche reduzieren ? Sind alle Räume zwingend erforderlich ? Kann auf den Keller verzichtet werden ?... ein preiswerteres Hauskonzept zur Ausführung kommen kann
Ein Flachdachbungalow beansprucht eine größere Grundfläche als ein Satteldachhaus mit quadratischem Grundriss. Der Bungalow ist auch deshalb teurer, weil das Verhältnis der Außenwandflächen zum umbauten Rauminhalt ungünstiger ist. In waldreichen Gegenden kann es preiswerter sein, eine Holzkonstruktion zu wählen. Ein Reihenhaus ist preiswerter als ein gleichgroßes Doppelhaus. Dieses liegt von der Anschaffung wiederum günstiger als ein freistehendes Haus. Eine Eigentumswohnung ist erheblich preiswerter als ein ganzes Haus mit gleicher Wohnfläche.... Objektmerkmale vereinfacht werden können
Ein schlichtes Satteldach ist erheblich preiswerter als ein Walm- oder Krüppelwalmdach. Eine doppelschalige, verklinkerte Außenwand ist teurer als ein verputztes, einschaliges System. Erker, Balkone, Loggien und Wintergärten verursachen deutliche Mehrkosten. Stark gegliederte Außenflächen verteuern ein Gebäude gegenüber geometrisch klaren Formen. Wird eine Außentreppe mit Kellertür wirklich benötigt ?... Kooperationsmöglichkeiten bestehen
Bauen Sie in einem Neubaugebiet, können Sie vielleicht zusammen mit Nachbarn eine Einkaufskooperation vereinbaren oder gemeinsam einen Planer oder Bauleiter beauftragen. Vielleicht ist auch die Unterstützung mit Selbsthilfe auf Gegenseitigkeit denkbar ?Detailplanungsphase
Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung ist abgeschlossen. Der Genehmigungsantrag ist gestellt. Die Genehmigung liegt vielleicht bereits vor. Will man den Verlust der Genehmigung nicht riskieren, müssen sich alle Maßnahmen zur Kostensenkung innerhalb der genehmigten Randbedingungen bewegen. Wenn jetzt Kostenüberschreitungen ermittelt werden, sollten Sie überlegen ob... alternative Systeme eingesetzt werden können
Durch Installation von Heizkörpern können Sie gegenüber einer Fußbodenheizung Geld sparen. Eine Gas-Außenwandtherme erspart den Schornstein. Anstelle von unterseitig verputzten Ortbetondecken liegen gespachtelte Fertigteildecken vielleicht günstiger, insbesondere wenn Sie ein Betonwerk in der Nähe haben. Vielleicht lohnt sich der Einsatz großformatiger Wandelemente gegenüber herkömmlichen Mauersteinformaten ?... kostengünstigere Baustoffe eingesetzt werden können
Bei doppelschaligem Wandaufbau machen hochwärmedämmende Steine für die tragende Schale wenig Sinn. Muss es eine echte Verschieferung sein ? Tun es auch Beton-Dachziegel anstatt glasierten Tonziegeln ? Es gibt Fliesen mit Terracotta-Optik, die erheblich billiger und pflegeleichter als das Original sind. Ein gutes Laminat kann Massivparkett manchmal ohne Nachteile ersetzen. Müssen es massive Eiche-Innentüren sein ?... die Anbieterbasis verbreitert werden kann
Sie sollten Ihren Architekten anhalten bei Ausschreibungen auch Anbieter aus dem weiteren Umkreis zu berücksichtigen. Insbesondere in strukturschwachen Gebieten arbeiten Handwerker manchmal erstaunlich preiswert. Bauen Sie in Grenznähe, fragen Sie doch einmal ausländische Firmen an. Der Binnenmarkt machts möglich. Holen Sie aber auf jeden Fall Referenzen ein.Frühe Ausführungsphase
Die Detailplanung ist abgeschlossen. Wesentliche Auftragspakete sind vergeben und die Haupt-Materiallieferungen sind bestellt. Die ersten Baustellen-Aktivitäten haben begonnen. Will man zusätzlichen Aufwand für Änderungen an der fertigen Planung und Mehrkosten für Änderungen an den schon beauftragen Leistungen nicht in Kauf nehmen, müssen alle Maßnahmen zur Kostensenkung hierauf Rücksicht nehmen. Bei Überschreitungen der veranschlagten Kosten, sollten Sie prüfen ob... zusätzliche Eigenleistungen durchgeführt werden können
Wenn das Geld knapp ist, kann es eine rettende Maßnahme sein, zusätzliche Eigenleistungen einzuplanen. Heute kann bereits fast jedes Gewerk in Eigenleistung durchgeführt werden. Schauen Sie in unserer Rubrik Selbsthile nach. Selbsthilfe spart doppelt - bei den direkten Kosten und bei der Finanzierung.... Materialqualitäten reduziert werden können
Eine einschneidende Maßnahme sind Einsparungen an der Materialqualität. Wenn Sie hier den Aufwand reduzieren, hat das fertiggestellte Objekt naturgemäß einen entsprechend geringeren Wert. Die Reduzierung der Materialqualität empfiehlt sich nur bei Bauteilen, die ohnehin nach einer gewissen Zeit ersetzt werden müssen (z.B. Tapeten und Teppichböden) oder Teilen, die ohne großen Folgeaufwand später durch höherwertiges Material ersetzbar sind (z.B. Innentüren, Fliesen, Laminat).Späte Ausführungsphase
Das neue Objekt ist in wesentlichen Teilen (Rohbau, Dach, Rohinstallation) fertiggestellt. Die Vergaben der restlichen Arbeiten laufen. Kostensenkungen in bemerkenswertem Umfang sind kaum noch umzusetzen. Um Kosten vorerst zu reduzieren, können Sie erwägen... noch nicht erledigte Arbeiten zurückzustellen
So könnten Sie das Dachgeschoss oder einzelne Räume (Gästezimmer, Partykeller, Kinderzimmer) später ausbauen, wenn der Raum im Moment noch nicht unbedingt benötigt wird. Achten Sie darauf, dass die grundlegenden Ausbauarbeiten (Estrich, Putz, Rohinstallation) fertig sind, um später unnötigen Schmutzanfall zu verhindern. Eventuell können die Arbeiten später in Eigenleistung erbracht werden, was die Finanzierung dauerhaft entlasten würde.(C) Copyright 2003 by Dipl.Ing. Hans-Peter Schmitz, Erftstadt |
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